
Breitbandausbau
Geförderter Breitbandausbau – „Weißes Fleckenprogramm“
Die Gemeinde Floh-Seligenthal treibt gemeinsam mit den Kommunen, Breitungen, Brotterode-Trusetal, Fambach, Roßdorf, Walldorf, Schmalkalden, Rosa, Wasungen/Oepfershausen, Tambach-Dietharz im Landkreis Schmalkalden-Meiningen den flächendeckenden Ausbau einer zukunftssicheren Breitbandinfrastruktur voran. Ziel ist es, alle bislang unterversorgten Haushalte, Unternehmen und Institutionen zuverlässig mit schnellem Internet zu versorgen und damit die Attraktivität der Region als Wohn-, Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig zu stärken.
Das Projektgebiet liegt am Südwesthang des Thüringer Wald entlang des Rennsteigs. Trotz bereits erfolgter eigenwirtschaftlicher Ausbaumaßnahmen besteht insbesondere in Randlagen weiterhin erheblicher Nachholbedarf: Rund 31 % der Anschlüsse galten als unterversorgt (unter 30 Mbit/s).
Projektförderung
Die Fördermittelgeber aconium GmbH Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und die Thüringer Aufbaubank im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft unterstützen das 23 Mio. Euro umfassende Vorhaben mit 13,8 Mio. Euro Bundesmittel und 7,2 Mio. Euro Landesmittel. Die Gemeinden tragen einen Eigenanteil von 2 Mio. Euro.
Projektziele
Das Ziel ist es, alle “Weißen Flecken” mit einem Breitbandzugang zu versorgen.
Geplant ist eine glasfaserbasierte FTTB-Infrastruktur, die Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s – insbesondere für Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen – ermöglicht. Insgesamt umfasst das Ausbaugebiet rund 9.300 Anschlüsse in sogenannten „weißen Flecken“. Nach zwischenzeitlichen Anpassungen reduziert sich das konkrete Ausbaugebiet auf etwa 2.600 Teilnehmer, darunter Haushalte, Unternehmen sowie 27 Schulen.
Der Ausbau erfolgt im sogenannten Wirtschaftlichkeitslückenmodell: Ein Telekommunikations-unternehmen wurde im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens beauftragt, die Infrastruktur eigenwirtschaftlich zu errichten und zu betreiben. Die Förderung gleicht dabei die Wirtschaftlichkeitslücke aus und stellt sicher, dass auch schwer erschließbare Gebiete angebunden werden.
Nach Abschluss der Maßnahme soll eine flächendeckende Versorgung im gesamten Projektgebiet erreicht werden – ohne verbleibende „weiße Flecken“. Damit wird eine wichtige Grundlage für die digitale Zukunft der Region geschaffen.
Strukturdaten des Projekts (Auszug):
- Projektgebiet: ca. 52.800 Einwohner auf 402 km²
- Ausbaugebiet: ca. 16.400 Einwohner auf 247 km²
- Durchschnittliche Einwohnerdichte im Ausbaugebiet: 66 Einwohner/km²
Mit diesem Vorhaben setzen die beteiligten Kommunen ein klares Zeichen für gleichwertige Lebensverhältnisse und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur im ländlichen Raum.
Baufortschritt
Der für jedermann sichtbare Teil des Projektes sind die Tiefbauarbeiten. Grundsätzlich kommen nur erdverlegte Kabel zum Einsatz. Dafür werden Gräben gezogen oder Bohrtechnologien eingesetzt. In diese werden dann Leerrohrverbände eingebracht, über die jeder Adresspunkt mit einer eigenen Faser versorgt werden kann. Für aktive Netzkomponenten werden Verteilerschränke aufgebaut. Für die spätere Netzerweiterung werden Reserven vorgehalten.
Wenn der Tiefbau abgeschlossen ist, werden die Hardwarekomponenten installiert und die Glasfaserleitungen eingezogen. Die Fasern werden in einem aufwändigen Verfahren miteinander verbunden (gespleißt), was eines der aufwändigsten Prozesse beim Netzaufbau darstellt. Zum Abschluss erfolgt eine Qualitätskontrolle und die Dokumentation.
Der Baubeginn erfolgte im Sommer 2023. Der Tiefbau ist in einigen Gemeinden komplett und in anderen Gemeinden zum großen Teil abgeschlossen, einzelne Restleistungen werden noch abgearbeitet.
Seit Frühjahr 2026 wird die aktive Technik aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Netzes ist für Ende 2026 geplant.
Wirtschft




